Welpe frisst alles – Wie er lernt, nichts vom Boden zu fressen!

Aktualisiert: 2. November 2018
Das Wichtigste in der Kurzzusammenfassung.
  • Wenn ein Welpen alles vom Boden frisst, ist das gefährlich, aber es gibt Möglichkeiten, ihm das abzugewöhnen.

  • Bringen Sie Ihrem Welpen bei, sich an Ihnen zu orientieren, nicht am Futter auf der Straße oder im Gebüsch.

  • Trainieren Sie mit Ihrem Welpen regelmäßig und konsequent für einen langfristigen Erfolg.

Junger Hund beim essen

Fressen sichert das Überleben

Diversen Hundefutter Test Berichten zufolge liegt es in der Natur des Hundes, alles Essbare zu vertilgen, was ihm vor die Nase bekommt. Nur so kann er sein Überleben sichern. Was also wird Ihr vierbeiniger Kamerad instinktiv tun, wenn er im Gebüsch einen Hasenbraten wittert? Richtig, er wird nichts unversucht lassen, diesen hinunterzuschlingen. Dass er zu Hause im Napf genug Futter bekommt, interessiert ihn in dem Moment nicht, weil er nicht in der Lage ist, so weit zu denken. Für ihn ist nur eines wichtig: Iss dich satt, wenn sich die Gelegenheit bietet.

Sie werden vermutlich sogar Verständnis für Ihren Welpen haben, wenn er den Braten frisst, was aber wäre, wenn er eine tote Maus fände und diese verschlänge? Das ist nicht nur eklig, sondern er könnte sich Würmer einfangen. Oder was, wenn Ihr Welpe einen Giftköder aufnähme? Das hätte verheerende Folgen. Deshalb ist es ungemein wichtig, dem Hund so früh wie möglich beizubringen, absolut nichts vom Boden zu fressen, es sei denn, Sie erlauben es ihm.

Versuchen Sie aber auf keinen Fall, dem Welpen gewaltsam etwas aus dem Maul zu reißen. Das führt nur dazu, dass er nächstes Mal Abstand zu Ihnen hält und das Futter hinunterwürgt. Es könnte auch passieren, dass Ihr Hund nach Ihnen schnappt, dann schaffen Sie sich ein weiteres Problem.

Ein Welpe lernt durch viele Wiederholungen und Konsequenz besonders schnell.

Kontrollieren Sie die Futteraufnahme

Die kontrollierte Futteraufnahme sollte möglichst schon im Welpenalter begonnen werden. Bringen Sie ihrem jungen Hund bei, dass er ohne Ihre Erlaubnis nichts fressen darf, auch nicht zu Hause aus seinem Napf. Beginnen Sie das Training in kleinen Schritten. Zuerst bringen Sie Ihrem Welpen das Kommando „Sitz“ bei. Sobald er sitzt, erhält er ein Leckerchen aus der Hand. Wiederholen Sie diese Übung viele Male. Sobald er verstanden hat, worum es Ihnen geht, wird er sich freiwillig setzen und seine Belohnung freudig erwarten.

Jetzt können Sie einen Schritt weiter gehen. Legen Sie zum Beispiel ein Stück Käse auf ihre Handfläche und halten diese dem Hund vor die Nase. Will er nun, das Käsestück aus ihrer Hand holen, machen Sie sie zu und sagen „Nein“ oder „Lass das“ oder wählen ein anderes Abbruchkommando, das Ihnen zusagt. Sitzt der Welpe nach dem Signal wieder still, loben Sie ihn und öffnen die Hand. Versucht er, ein weiteres Mal an den Käse zu kommen, schließen Sie abermals die Hand. Wiederholen Sie das solange, bis der Welpe Sie anschaut, anstatt Ihre Hand. In dem Moment geben Sie ihm sofort den Käse mit einem Signalwort, beispielsweise „Nimm“ oder „Okay“.

So oft wie möglich und an verschiedenen Orten üben

Wiederholen Sie diese Übung so oft, bis der Welpe begriffen hat, dass er das Leckerchen erst haben darf, wenn er Sie ansieht und Sie ihm die Freigabe erteilen. Verlagern Sie die Übungseinheiten auch nach draußen und an verschiedenen Orten. Üben Sie häufig während des Spaziergangs. Nehmen Sie besonders gute Leckerchen wie Wurst, stinkenden Käse oder getrockneten Fisch mit. Je öfter Sie Ihren Welpen unterwegs füttern, umso weniger wird er Interesse an dem haben, was im Gebüsch oder auf den Wiesen herumliegt. Machen Sie sich und Ihr Futter wichtiger als alles andere.

Ihr Welpe wird rasch kapieren, was Sie von ihm erwarten, sodass Sie zu einem fortgeschrittenen Training an der Futterschüssel übergehen können. Dazu füllen Sie die Schüssel mit Futter, verlangen von Ihrem Welpen, dass er sitzt und wartet. Sobald er gehorcht, stellen Sie den Napf auf den Boden und geben ihm das Freigabesignal, sobald er sie ansieht. Sollte er noch zu ungestüm sein, sichern Sie ihn mit einer Leine ab. Springt er in Richtung Fressen, halten Sie ihn fest und warten, bis er von sich aus nachgibt. Setzt er sich schließlich hin und schaut Sie an, haben Sie gewonnen, und Ihr Hund darf auf Ihr Signal hin fressen.

Steigern Sie die Schwierigkeit und proben Sie für den Ernstfall

Sorgen Sie in jedem Fall dafür, dass er nur an sein Futter kommt, wenn Sie es ihm gestatten. Die Übungen können Sie auch auf Kauknochen und weitere Leckereien ausdehnen. Legen Sie mitten in den Raum einen Knochen, den Ihr Hund nur auf Ihr Kommando holen darf. Üben Sie konsequent, genau wie am Napf, und eventuell auch hier zunächst mit einer Leine. Der Welpe darf sich nicht selbst bedienen. Führen Sie alle Übungen ruhig und souverän aus, werden Sie nicht laut und strafen Sie den Hund nicht. Ihre Geduld wird Sie schneller zum Erfolg führen.

Wenn Ihr Hund den vorhergehenden Schritt verinnerlicht hat, können Sie die Übungseinheiten ins Freie verlegen. Nehmen Sie den Futternapf mit nach draußen und trainieren mit Ihrem Hund das Warten auf der Wiese oder am Rand eines Feldweges. Klappt das Training mit der Schüssel, legen Sie Wurst, Käse, Fleisch oder Knochen direkt ins Gras oder auf den Weg, ohne dass Ihr Hund das mitbekommt. Merken Sie sich, wo das Futter liegt, kennzeichnen Sie die Orte mit unauffälligen Markierungen. Sichern Sie Ihren Welpen mit einer langen Leine, und gehen Sie den Spazierweg ab.

Ihr Training war erfolgreich, wenn Ihr Hund stehen bleibt, weil er etwas Leckeres gewittert hat, Kontakt zu Ihnen aufnimmt und freudig das Futter aus Ihrer Hand entgegennimmt. Lässt er das von Ihnen ausgelegte Leckerchen auf dem Boden liegen und orientiert sich an Ihnen, sobald Sie daran vorbeigehen, können Sie stolz auf sich sein.

Üben Sie regelmäßig auf dem Spaziergang. Sie und Ihr Hund werden Spaß daran haben.

Niemals aufgeben, bleiben Sie dran

Es kann natürlich auch zu Rückschlägen kommen. Der Welpe wird älter, die Pubertät setzt ein, Ihr sonst so folgsamer Hund vergisst alles Erlernte und zieht mit einem Mal Unrat aus den Büschen, um diesen sofort hinunterzuwürgen. In diesem Fall sollten Sie tief durchatmen und das Training wiederholen. Geben Sie niemals auf, bleiben Sie dran und behalten Sie das Ziel eines folgsamen Vierbeiners im Auge, dann wird aus Ihrem „Staubsauger“-Hund endgültig und langfristig ein zuverlässiger Begleiter.

Viel Erfolg!

Inhaltsverzeichnis
  1. Fressen sichert das Überleben
  2. Kontrollieren Sie die Futteraufnahme
  3. So oft wie möglich und an verschiedenen Orten üben
  4. Steigern Sie die Schwierigkeit und proben Sie für den Ernstfall
  5. Niemals aufgeben, bleiben Sie dran
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