Was ist Barfen?

Aktualisiert: 9. Juni 2020
Das Wichtigste in der Kurzzusammenfassung.
  • Um die individuellen Bedürfnisse abzudecken, müssen Hunde gut beobachtet und die Ernährung angepasst werden.

  • Leider ist dies nicht bei allen Produkten im Bereich Alleinfutter sichergestellt. Egal ob Trocken- oder Nassfutter, die Problematik ist die selbe, da diese eine große Breite abdecken müssen und nicht für einen Hund speziell angepasst werden können.

  • Hier spielen finanzieller Gewinn und nicht immer die gesundheitsfördernde Ernährung des Hundes eine Rolle. Immer öfter entwickeln unsere geliebten Vierbeiner in der heutigen Zeit seltsame Krankheiten und reagieren allergisch auf ihr Futter.

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Warum und wieso barfen viele Hundebesitzer?

Manche Hunde vertragen kein Getreide oder eine bestimmte Fleischsorte nicht. Andere mögen einfach kein Fertigfutter oder benötigen ihre Nahrung zumindest teilweise gekocht (z.B. auf Grund von bestimmten Einschränkungen). Ebenfalls störend im glücklichen Hundeleben sind Probleme wie Zahnstein, Parasitenbefall, geschwächtes Immunsystem, schwache Muskulatur und Knochen, Wachstumsprobleme, Allergien und Magendrehungen. Diese können mitunter durch eine einseitige und nährstoffarme Ernährung mit Alleinfuttermittel begünstigt werden.

Jeder Hundebesitzer möchte seinem Hund ein langes und beschwerdefreies Leben ermöglichen. Um zu erkennen, was das richtige für den eigenen Hund ist, bietet sich ein eigener Hundefutter Test zuhause an um ein bestes Welpenfutter für Ihren Vierbeiner zu finden. Warum nicht bei der Ernährung anfangen? In diesem Fall bietet sich die sogenannte biologisch artgerechte Rohfütterung (B.A.R.F.) an, deren Vorteile viele Hundebesitzer kennen und diese bereits seit geraumer Zeit, dem fertigen Hundefutter vorziehen. Wenn Sie Ihren Hund gerne individuell nach B.A.R.F. ernähren möchtest, sollten Sie sich unbedingt gut einlesen! Eine einseitige Ernährung kann im schlimmsten Fall nachhaltige Schäden für Ihren Hund mit sich bringen.

Ist barfen generell besser?

Die fehlende Abwechslung in der Zusammenstellung von Alleinfuttermittel ist ein Punkt, welcher unbedingt betont werden sollte. Denn je mehr Abwechslung stattfindet, um so breiter ist das Nährstoffspektrum, dass den Hund mit allen notwendigen Nährstoffen, Vitaminen und Mineralstoffen versorgt.

Außerdem kehrt man beim Barfen zur Normalität zurück, füttert frisch und abwechslungsreich, so wie die Natur es für den Hund vorgesehen hat. Manche Hunde mögen jedoch bestimmte Innereien oder rohes Gemüse nicht. Doch auch hier finden sich beim Barfen viele Ausweichmöglichkeiten an, auf andere Fleischsorten zurückzugreifen oder Gemüse und Obst teilweise gekocht darzubieten.

Der Zeitaufwand ist etwas höher und aufwändiger, als mit Fertigfutter zu füttern und trotz aller Vorteile kann es auch beim Barfen vorkommen, dass Hunde zu einseitig ernährt werden. Deshalb sollten Sie sich vorab ausreichend über das Thema informieren und auf Ihren Hund sowie seine Bedürfnisse genau eingehen. Dann steht einer rohen, natürlichen und definitiv gesunden Ernährung Ihres Hundes nichts mehr im Wege.

Wie sollte man das Barfen anfangen?

Anfangs kann es von Vorteil sein, einen Ernährungsplan zu erstellen, so dass Sie den Überblick behalten und sich sicher sind, die Nahrungsbedürfnisse Ihres Hundes abzudecken. Um einen Ernährungsplan zu erstellen, muss erstmal die Gesamtfuttermenge für einen Tag berechnet werden. Danach wird ein Wochenplan erstellt. Es ist nicht notwendig, alle Nährstoffe bei jeder Mahlzeit zu verabreichen. Die Abwechslung kann über eine Woche verteilt werden.

Ernährungswissenschaftler empfehlen 2-4% des Körpergewichts an Futter pro Tag für erwachsene Hunde. Diese Menge variiert auf Grund von Temperament, Aktivität, Gesundheit und Alter des Hundes, Von diesen 2-4% sollten 75-90% tierische Erzeugnisse (Fleisch, Knochen, Milchprodukte etc.) und 10-25% pflanzliche Erzeugnisse (Gemüse, Getreide, Obst etc.) sein. Diese Gesamtmengen werden später noch in die unterschiedlichen Futtermitttelbestandteile unterteilt.

Was muss man beim Barfen beachten?

Neben einer abwechslungsreichen Lebensmittelzusammenstellung, sollte Fleisch in möglichst großen Stücken oder am Knochen gefüttert werden, da kauen wichtig für die Zahnpflege ist.

Wenn Sie beim barfen Getreide verwenden möchten, sollte dieses nicht unbedingt mit Fleisch und Knochen gemischt werden, da eine solche Mischung schmerzhafte Blähungen verursachen kann. Einmal in der Woche bietet es sich an, fleisch- und knochenfrei zu füttern, gefolgt von einem Fastentag.

Fasten ist kein Muss, entlastet aber den Magen-Darmtrakt und die Verdauungsorgane. Ein fleisch- und knochenfreier Tag bietet sich an, um mit einer pflanzlichen Mahlzeit, den Darm zusätzlich zu reinigen. Gemüse und Obst sollte unbedingt in pürierter Form gereicht werden, da dieses sonst unverdaut wieder ausgeschieden wird.

Ab wann kann man Welpen barfen?

Welpen können bereits mit Entwöhnung von der Muttermilch roh gefüttert werden. Züchter berichten, dass natürlich aufgezogene Welpen langsamer, gleichmäßiger und gesünder wachsen als Welpen, die mit Fertigfutter aufgezogen werden.

Wie kann man im Urlaub barfen?

Im Urlaub bietet es sich an, den Hund beispielsweise morgens einfach nur mit Pansen oder ein paar fleischigen Knochen zu füttern. Tiefgefrorenes Fleisch braucht in der Kühlbox ca. eine Woche zum Auftauen. Für einen kurzen Urlaub besteht also die Möglichkeit, Fleisch mitzunehmen. Auch Gemüse hält sich, in Dosen verpackt, für einige Zeit. Über das ein oder andere Barf Leckerli wird sich Ihr Hund sicher freuen. Der Kauf von Fleisch vor Ort ist eine weitere Möglichkeit, kann in anderen Ländern aber ziemlich teuer werden. Oder Sie greifen in der Zeit auf verschiedene Fertig-BARF-Produkte zurück.

Wie viel und wie oft sollte man den Hund am Tag füttern?

An Hand der berechneten Gesamtfuttermenge für einen Tag wissen Sie, wie viel Futter Ihr Hund am Tag bekommen sollte. Als Berechnungsbeispiel nehmen wir einen 15 kg schweren Hund und 2% des Körpergewichts an Futter pro Tag. Das ergibt eine Gesamtfuttermenge von 300 g. Diese wird in tierische (225-270 g) und pflanzliche (30-75 g) Erzeugnisse unterteilt. Ein guter Mittelwert bei Berechnungen sind hier 80% tierische und 20% pflanzliche Erzeugnisse.

Günstig ist es, den Hund zweimal am Tag zu füttern. Dies ist aus zwei Gründen besser, erstens ist es sinnvoll, einige Zutaten zu trennen (Getreide und Fleisch), zweitens wird die Gefahr einer Magenumdrehung verringert. Hunde, die ihr Futter schlecht verwerten, sollten prinzipiell mindestens zweimal täglich gefüttert werden. Wird ohne Getreide gefüttert, wäre aber auch eine Mahlzeit pro Tag ausreichend. Getreide muss man nicht füttern, man kann es aber in angemessenen Mengen in den Futterplan (in Form von vorgequellenen Hafer oder Hirseflocken, Reis, Nudelt usw.) integrieren.

Wie teuer ist barfen?

Barfen ist nicht teurer als ein mittelmäßiges Hundefutter. Fleisch und Knochen, die für die Ernährung genutzt werden, können z. B. Überbleibsel von Fleisch für unsere Ernährung sein. Bei Obst, Gemüse und Getreide sieht es hier genauso aus. Auch leicht überfälliges Obst und Gemüse kann für die Ernährung von Hunden verwendet werden.

Es haben sich bereits einige Firmen auf die kostengünstige Lieferung von frischem Fleisch und Knochen für Hunde spezialisiert. Gutes Gemüse hat zwar seinen Preis, ist aber in den benötigten Mengen relativ günstig. Nahrungsergänzungen sind zwar einmalig teuer, aber der Preis relativiert sich wieder durch die hohe Ergiebigkeit.

Was darf ich füttern?

Wichtig ist eine abwechslungsreiche Auswahl an Lebensmitteln, die sich jede Woche wiederholen sollte. Somit werden Fehler vermieden und die Zubereitung beansprucht keine unnötige Zeit.

  • Fleisch und Knochen können von Rind, Pferd, Schaf, Ziege oder Wild gefüttert werden. Ebenfalls kann Fleisch von Huhn, Pute oder Ente verwendet werden.
  • Milchprodukte wie Buttermilch, Ziegenmilch, Joghurt, Quark, Hüttenkäse oder Frischkäse optimieren den Speiseplan des Hundes.
  • Gemüsesorten können fast alle verwendet werden außer Tomate, Zwiebel und rohen Kartoffeln. Auch beim Obst gibt es eine große Auswahl, nur Weinbeeren und Trockenfrüchte sollten in der Ernährung eines Hundes nicht auftauchen.
  • Bei den verschiedenen Getreidesorten sollte nur auf die individuelle Verträglichkeit des Hundes geachtet werden, ansonsten gibt es hier keine Einschränkungen.
  • Verschiedene Kräuter wie Borretsch, Dill, Petersilie, Brunnenkresse, Löwenzahn und Hagebutte liefern wichtige Vitamine und sollten regelmäßig (zwei- bis dreimal in der Woche) beigefügt werden.
  • Rohe Eier können für Abwechslung im Speiseplan sorgen.
  • Auch ein bis zwei Knoblauchzehen können pro Woche Verwendung finden. In kleineren Mengen überwiegen hier die gesundheitsfördernden Eigenschaften, sollte jedoch nicht übermäßig verfüttert werden.#

Welches Fleisch wo kaufen?

Fleisch kann bei Futtermittelherstellern, welche sich auf Angebote für die BARF-Ernährung spezialisiert haben, gekauft werden. So finden Sie heute im Internet Hundefutter auf Hundezubehoer.com und vielen weiteren Plattformen. Wer die Möglichkeit hat, bei regionalen Schlachthäusern oder Fleischereien, Fleisch und Knochen zu kaufen, sollte diese nutzen. Auch handelsübliches Fleisch kann in der Ernährung von Hunden verwendet werden.

Wie oft sollte man Innereien, Knochen und Gemüse füttern?

Als Berechnungsbeispiel dient weiterhin ein 15 kg schwerer Hund mit einer Gesamtfuttermenge von 300 g. Davon bilden tierische Erzeugnisse 80% (240 g) und pflanzliche Erzeugnisse 20% (60 g). Unser Beispielhund wird ohne Getreide gefüttert. Also werden pro Tag von den 60 g pflanzlichen Erzeugnissen, 45 g Gemüse (75%) und 15 g Obst (25%) gefüttert. Bei einer Berechnung mit Getreide, machen diese 40%, Gemüse 40% und Obst 20% der Menge aus.

Die 240 g tierischen Erzeugnisse werden in 4 Gruppen unterteilt. Diese sind Muskelfleisch (50%), Pansen/ Blättermagen (20%), Innereien (15%) und Knochen/ Knorpel (15%). Also sollten pro Tag 120 g Muskelfleisch, 48 g Pansen/ Blättermagen, 36 g Innereien und 36 g Knochen/ Knorpel, die Gesamtmenge ausmachen. Natürlich lassen sich diese Nahrungsbestandteile nur sehr schlecht jeden Tag einzeln verfüttern. Deshalb bietet es sich an, die Berechnung über einen Zeitraum von einer Woche, durchzuführen und die einzelnen Komponenten auf die Tage zu verteilen. So ist Abwechslung gegeben und dem Hund werden alle Nährstoffe ausreichend zugeführt. Außerdem können so der fleischfreie sowie der Fastentag, einfacher in die Berechnung eingebaut werden.

Welche Rolle spielt Öl beim Barfen?

Die Omega-3- und die Omega-6-Fettsäuren gehören zu den essentiellen Fettsäuren und können vom Hundekörper nicht selber hergestellt werden. Über die Fütterung von Fleisch mit Fett bekommt der Hund genügend Omega-6-Fettsäuren, deshalb sollten Sie zur Nahrungsergänzung Öle mit hohem Omega-3-Fettsäurengehalt (Fischöl, Hanföl, Leinöl oder Olivenöl) nutzen.

Außerdem werden durch die Zugabe von Öl die fettlöslichen Vitamine, aus verschiedenen Gemüsesorten, gelöst und vom Hundekörper verwertet. Verschiedene Öle können zwei- bis dreimal in der Woche, am besten zeitgleich mit Gemüse, dem Futter zugefügt werden.

Was tun bei Durchfall?

Bei der Ernährungsumstellung auf BARF kann es des Öfteren zu Durchfällen kommen. Klar unterschieden werden sollte zwischen weichem Stuhlgang und stark wässrigem Stuhlgang. Weicher Stuhlgang normalisiert sich mit der Zeit, wenn die Verdauung wieder anfängt, normal zu arbeiten. Bei langanhaltendem wässrigen Durchfall, ist ein Tierarzt aufzusuchen, da es sich um eine Erkrankung oder Parasitenbefall handeln könnte.

Auch ein Ausschluss von Getreide kann Durchfall beheben. Da einige Hunde eine Unverträglichkeit gegenüber dem Klebereiweiß Gluten (in den meisten Getreidesorten enthalten) entwickelt haben.

Kann man bei Allergien auch barfen?

Gerade bei Futtermittelallergien ist es von Vorteil, seinen Hund roh zu ernähren. Unter Lebensmittelausschluss können die Verursacher aussortiert und mit anderen Sorten, ausgetauscht werden. Allgemeine Informationen zum Thema Hundefutter das ebenfalls allergieverträglich ist, haben wir natürlich für Sie zusammengestellt.

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